Samstag, 15. Juni 2013

(Waldorf-) Puppen-Sew-Along #3

Hier ist sie nun. Die Puppe für unser kleines Mädchen, das bald 3 Jahre wird. 
Sie ist von Kopf bis Fuß 41cm lang und hat einen Kopfumfang von 31,5cm, wie ihn auch die Kleine bei ihrer Geburt hatte. Die Puppe ist warm und weich und ich bin wirklich zufrieden mit ihr. 


Sie erinnert mich in ihren Gesichtszügen und der Hautfarbe tatsächlich an unser kleinstes Kind, auch wenn dieses, im Gegensatz zur Puppe, so ganz ohne Haare auf die Welt kam. Stattdessen trug es von Anfang an ein Engelskäppchen, das meine Oma für ihr zweites Ur-Enkelkind aus Merinowolle gestrickt hatte. Und wie das so ist konnte ich es nicht lassen und häkelte der Puppe auch ein Engelskäppchen. 
Auf dem unteren Bild im Bild seht ihr die Kleine etwa 5Std. nach ihrer Geburt mit dem Käppchen. 


Wie geplant habe ich auch die restliche Garderobe der Puppe an den Kleiderschrank der Kleinen angepasst. Es gibt ein Regenbogenshirt, eine Wendejacke mit Punkten bzw. mit Rehen und einen Body aus passendem Stoff als auch natürlich einen Woll-Anzug für den Winter aus einem ausgedienten, da einmal zu heiß gewaschenem Tragetuch. 


Außerdem Schuhe und Mützen, ein Halstuch, Schal und Fäustlinge sowie eine Weste und natürlich eine kleine Puppenwindel. Bei den Schnitten handelt es sich teilweise um Eigenkreationen, aber auch um die tollen kostenlosen Schnitte von Klimperklein und Schnabelina





Wahrscheinlich wird die Kleine die gesamte Kollektion vorerst nicht für ihre Puppe benötigen, aber spätestens wenn es wieder kälter wird stellt fast jede Puppenmama besorgt fest, dass auch ihre Puppe friert und dann sind wir gewappnet!


 Die Idee zum Sew-Along kommt von Caro von den Naturkindern, auch wenn ich mich so gar nicht an den Zeitplan gehalten habe. Danke fürs Organisieren! :)

Und euch, meinen lieben Lesern, mag ich auch mal wieder danken. Dass ihr vorbei kommt und euch inspirieren lasst, dass ihr ehrliche und nette Worte für mich habt und dass das Bloggen durch euch erst seinen Charme erhält! Danke!




Donnerstag, 13. Juni 2013

(Waldorf)-Puppen-Sew Along #2

Der schöne (Waldorf)-Puppen-Sew-Along bei den Naturkindern ist eigentlich als gemächliche Aktion geplant, die sich über das ganze Jahr erstreckt. Ich spute mich allerdings ein wenig, denn schon in weniger als vier Wochen feiert die Kleine ihren dritten Geburtstag. Wie immer gibt es vor allem selbstgemachte Geschenke, für die ich mir viel Zeit einplane und diese mir auch sehr gern nehme. Ich habe nur ein einziges mal genau diese Kinder und dieses Leben. Unsere Welt ist so schnell und hektisch, da brauche ich mitunter etwas Besinnlichkeit und Langsamkeit. 


Wie ich bereits erzählt habe, soll die Puppe der Kleinen ähneln. Dabei handhabe ich es aber es wie immer: ich lasse auch den Prozess selbst mit einfließen und schaue, wo es mich mit dem Material hin verschlägt.
Zuerst formte ich den Kopf und band die Gesichtszüge ab, ehe ich das Puppentrikot darüber spannte und fest nähte. Dafür gibt es viele Möglichkeiten und jeder machte es auf seine eigene Weise. Mit Nadeln verschaffte ich mir einen ersten Eindruck vom Gesicht, für mich ist das auch sehr wichtig um die optimale Position der Haare zu bestimmen. Diesmal häkelte ich die Perücke wie es mir gerade in den Sinn kam und nähte sie dann, inklusive eines kleinen Ponys, per Hand mit einigen Stichen am Kopf fest.




Die Gliedmaßen sind die einzigen Teile der Puppe, die ich mit der Maschine nähte. Rumpf, Kopf und Gliedmaßen nähte ich wieder per Hand. Dabei kam es ziemlich oft vor, dass ich Nähte wieder auftrennte, neu nähte, wieder auftrennte....Müßig! Und manchmal bieb die halb fertige Puppe eine Weile in einem Stoffbeutel, bis ich wieder mehr Geduld habe. 
Das Gesicht malte ich mit einem Holzstäbchen und Stoffmalfarbe auf, statt es zu sticken, die Wangenröte entstand Dank des Abriebs eines roten Wachsmalstiftes. 
Außerdem hat diese Puppe viele Details: Einen Po, gut bewegliche Beine und auch Zehen.




Nun fehlt dem Puppen-Baby nur noch die passende Kleidung. 
Die zeige ich euch demnächst :)



Montag, 10. Juni 2013

Sonne und Regen.


Das Wetter am Wochenende war wunderbar. Ganz genauso wie man sich den Sommer wünscht. Wir haben den ganzen Tag draußen verbracht, uns zum Mittagessen etwas an einem kleinen Imbiss geholt und die Sonne genossen, solange sie da war. Schon am späten Nachmittag ergoss sich ein heftiger Regenschauer über Thüringen und erinnerte daran, wie heftig derzeit viele Menschen um ihre Existenz kämpfen. Auch in der Gegend, in der ich geboren wurde, in der meine Heimat liegt, ist stark betroffen. Nicht zum ersten Mal. 
Es lähmt und man fühlt sich hilflos. 
Aber jeder kann helfen, in seinem Rahmen und auf seine Weise. Und so werden auch wir ein paar Päckchen packen und hoffen, dass sie den Betroffenen helfen mögen. 

Unterdessen geht das Leben natürlich weiter. Die ersten Geburtstagsvorbereitungen haben wir direkt nach draußen verlagert und den Mädchen damit viel Freude bereitet. Das tat gut!








Mittwoch, 5. Juni 2013

Das Hochzeitskleid.

Einige haben sicher schon darauf gewartet! Und nachdem die Braut glücklich in ihrem Kleid heiraten konnte, darf auch ich euch ein paar Bilder zeigen. Bitte versteht, da ich aus Gründen der Privatsphäre des Brautpaares nur wenige Bilder "an der Frau" zeige. Die Details lassen sich auch direkt am Kleid prima darstellen. 
Es ist bei weitem nicht so perfekt geworden, wie es mir für ein so wichtiges Kleid wie das Hochzeitskleid gewünscht hätte, aber weil die zu Benähende nicht nur die Braut, sondern auch eine wirklich liebe Freundin ist, war ihr das gar nicht so wichtig wie mir. Ihr ging es vorrangig wirklich darum, ein Kleid zu tragen, das ich genäht habe. Und ehrlich, ich glaube so ein liebes Kompliment habe ich noch nie von einer Freundin bekommen!

Bei dem Schnitt handelt es sich um Burda 7630, ein Umstandskleid, denn die Braut erwartet im September ihr zweites Kind. Ein mitwachsendes Kleid war demnach optimal. Ich nähte zuerst ein Probekleid und passte insbesondere die Weite an. Da es ein einfacher Schnitt ist, der von seinen Details lebt, war das ziemlich unkompliziert.



Auf dem Weg zum fertigen Brautkleid standen viele Anproben, Stoffauswahl, Skizzen und Materialkauf. Alles wurde mir zur Verfügung gestellt, nur meine Arbeit an dem Kleid schenkte ich den Brautleuten. 
Der Oberstoff ist ein durchscheinender, bestickter Baumwollstoff, der erst durch den halbsynthetischen Futterstoff richtig Blickdicht wird. Alle Details und Falten wurden ganz genauso gearbeitet, wie es sich die Braut vorgestellt hat. Das klingt im ersten Moment ehrlich gesagt einfacher als es war, da sie ja nicht ständig beim Nähen neben mir sitzen konnte. Aber sie war so geduldig und herzensgut, niemals kritisch, die Ruhe selbst sozusagen, während ich doch eher nervös war.






Und hier ist es nun (mit gekauftem Bolero, denn es war etwas kühler als erwartet): 





Am Abend vor der Hochzeit wurde mir zum ersten mal richtig bewusst, was es eigentlich hieß, das Hochzeitskleid genäht zu haben und ich war ziemlich aufgeregt! Aber es war ein rundum gelungenes, wunderschönes Fest und ich bin sehr glücklich daran teilgehabt zu haben. 
Und da ich weiß, dass die beiden ab und an hier mitlesen, mag ich und wir alle vier auch hier noch einmal DANKE sagen! Danke dass wir mit euch feiern durften und dass wir euch begleiten durften :)


Freitag, 31. Mai 2013

Anleitung des Monats - Gefilztes Windlicht

Im Mai zeige ich euch (ganz knapp bevor es schon wieder Juni ist), wie man schnell und einfach ein Windlicht um ein beliebiges Glas filzen kann.
Ich liebe es zu filzen. Es hat etwas sehr Meditatives immer wieder über die nasse Wolle zu streichen, bis sich alle Fasern miteinander verbunden haben. Außerdem lohnt es sich schon allein wegen des stimmungsvollen Lichts.

Für ein gefilztes Windlicht braucht ihr:
*ein Glas (irgendein leeres Marmeladen-/Apfelmus-/Champignon-/...glas)
*Märchenwolle/Filzwolle am besten Merinowolle im Kammzug, einfache Schafwolle geht auch, sieht jedoch oftmals etwas rustikaler aus
*Filznadel und Filzunterlage
*Seife (ich nehme am liebsten Kernseife, aber es geht auch jede andere)
*Wasser
*ggf. ein Bügeleisen





Zuerst zupft ihr euch etwas Wolle aus dem Kammzug und breitet sie gleichmäßig zu einem Rechteck aus, das  gut um das Glas passt. Ihr legt so lang Schichten übereinander, bis ihr eine blickdichte Grundlage habt. Diese wird auf eine Filzunterlage gelegt, die sich zum Trockenfilzen mit der Filznadel eignet. 



Auf den weißen Grund legt ihr dann euer Motiv. Dabei könnt ihr ruhig sparsam mit der Wolle sein, da es hübsch aussieht, wenn sich einzelne Fasern abzeichnen. Bei mir wird es ein Fliegenpilz und ich zeige auf den Bildern die einzelnen Schritte, die im Grunde selbsterklärend sind. Zum Vergrößern einfach die Bilder anklicken.






Ist das Bild soweit fertig und einigermaßen angefilzt, nehmt es von der Filzunterlage und legt es auf ein mehrmals gefaltetes Handtuch aufs Bügelbrett/eine Bügelfeste Unterlage. Darauf bügelt ihr mehrmals heiß und mit viel Dampf darüber. Das ist eine etwas unkonventionelle Art des Vorfilzens, aber im Hause Halitha hat sie sich bewährt :)




Anschließend nehmt euch das Glas und legt euer Filzbild darüber. Schlagt es herum und fixiert die Enden grob mit der Filznadel. Das endgültige Filzen folgt erst noch, aber all diese Vorbereitungen erleichtert euch die Arbeit ungemein!



Nun kommt der spannende Teil. Stellt euch in einem Waschbecken eine Lauge her, indem ihr euch, mit geschlossenem Abfluss, einmal kräftig die Hände wascht. Vorerst nehmt ihr immer nur ein bißchen der Lauge und reibt behutsam über euer Filzbild, viel Seife ist dabei wichtig. Nicht zu stark aufdrücken oder gar reiben, sondern im ersten Durchgang wirklich nur vorsichtig streicheln, bis sich die ersten Fasern verbunden haben. Je nasser die Wolle wird, desto lockerer wird sie vorerst auf dem Glas liegen, das gibt sich aber mit dem fortschreitenden Filzprozess. 


Haben sich die ersten Fasern gut miteinander verbunden, könnt ihr nun kräftiger reiben, auch mit der ganzen Hand und mit Druck. Besonders auf die Übergange achten, damit sich wirklich eine homogene Glashülle aus Filz ergibt. Wenn ihr glaubt, dass das Filzen ausreicht, spült ihr das umfilze Glas einmal ordentlich unter klarem Wasser ab und überprüft, ob sich wirklich keine Fasern mehr lösen. Ist dies nicht der Fall, einfach nochmals einseifen und weiter filzen. 


Ist das Ergebnis schließlich so, wie ihr es euch vorgestellt habt, das Glas gut abspülen, vorsichtig das überschüssige Wasser "auswringen" oder hierzu auch das Glas auf einem Handtuch wälzen und zum endgültigen Trocknen in die Sonne/auf die Heizung stellen.


Mit einem Teelicht verbreitet es dann Tag wie Nacht eine schöne Stimmung :)

Viel Spaß mit dieser Anleitung die ihr für den privaten Gebrauch immer und so oft ihr mögt nutzen dürft. Und falls ihr auch ein Glas umfilzt, dann zeigt es mir doch über eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu euch. Ich schaue sehr gern bei euch vorbei!